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Aktuelle liquorologische Bemühungen um die Alzheimer-Krankheit
zielen auf die Etablierung neurobiochemischer ex vivo-Marker. Derzeit
besondere Beachtung finden das Tau-Protein, das in einer pathologisch
hyperphosphorylierten Form den Hauptbestandteil der Alzheimer- Neurofibrillenbündel
darstellt, sowie das in den senilen Plaques abgelagerte ß-Amyloidprotein.
Wir untersuchten 150 lumbale Liquorproben, die teils der
institutseigenen Liquorbank entnommen waren, teils von Mitgliedern der
Deutschen Gesellschaft für Liquordiagnostik und klinische Neurochemie
stammten. Folgende Patientengruppen wurden gebildet: 29 Patienten mit
wahrscheinlicher Alzheimer-Krankheit nach ICD 10- und NINCDS-ADRDA-Kriterien,
25 Patienten mit anderen primären und sekundären Demenzen (NAD),
47 Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen (OND) und 49 Patienten
einer Vergleichsgruppe ohne zentralnervöse Erkrankung (CON). Die
Immunreaktivitäten des Tau- Proteins (Total-Tau: normales und hyperphosphoryliertes
Tau, TTIR) sowie der aus 42 Aminosäuren bestehenden Form des b-Amyloidproteins
(ßAP1-42- IR) wurden mittels spezifischer ELISA-Methoden
bestimmt.
Erste Auswertungen (Angaben als Mittelwert ± S.E.M.)
zeigen eine hochsignifikante Erhöhung von TTIR bei der Alzheimer-Krankheit
(669 ± 92 pg/ml) im Vergleich zu NAD (329 ± 60 pg/ml), OND (330
± 40 pg/ml) und CON (226 ± 16 pg/ml). Bei der Alzheimer-Krankheit
ist ßAP1-42 -IR hochsignifikant
erniedrigt (384±47 pg/ml) im Vergleich zu NAD (563 ± 46 pg/ml),
OND (671± 82 pg/ml) und CON (693 ± 30 pg/ml). Jüngere und
ältere Kontrollpersonen unterscheiden sich nicht signifikant bezüglich
der beiden Immunreaktivitäten. Die gleichzeitige Bestimmung beider
Parameter erreicht nach einer ersten Evaluation bei einer Sensitivität
von 85% eine ähnlich hohe Spezifität hinsichtlich der Unterscheidung
von Alzheimer-Kranken von OND und CON und eine Spezifität bei 55%
für die Unterscheidung von Alzheimer-Kranken gegenüber NAD.
Die Befunde bestätigen wie einige rezente Studien die Bedeutung von
TTIR und ßAP1-42 -IR-Messungen
im lumbalen Liquor cerebrospinalis zur neurobiochemischen Unterstützung
der klinischen Diagnose wahrscheinliche Alzheimer- Krankheit.
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