Abstracts des 5. Liquor-Symposiums der DGLN 1999, Magdeburg   



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Immunreaktives Total-Tau und b-Amyloidprotein1-42 im Liquor cerebrospinalis bei Alzheimer Krankheit

Rösler N, Wichart I, Jellinger K

Ludwig Boltzmann-Institut für Klinische Neurobiologie, Wien
 

Aktuelle liquorologische Bemühungen um die Alzheimer-Krankheit zielen auf die Etablierung neurobiochemischer ex vivo-Marker. Derzeit besondere Beachtung finden das Tau-Protein, das in einer pathologisch hyperphosphorylierten Form den Hauptbestandteil der Alzheimer- Neurofibrillenbündel darstellt, sowie das in den senilen Plaques abgelagerte ß-Amyloidprotein.

Wir untersuchten 150 lumbale Liquorproben, die teils der institutseigenen Liquorbank entnommen waren, teils von Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Liquordiagnostik und klinische Neurochemie stammten. Folgende Patientengruppen wurden gebildet: 29 Patienten mit wahrscheinlicher „Alzheimer-Krankheit“ nach ICD 10- und NINCDS-ADRDA-Kriterien, 25 Patienten mit anderen primären und sekundären Demenzen (NAD), 47 Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen (OND) und 49 Patienten einer Vergleichsgruppe ohne zentralnervöse Erkrankung (CON). Die Immunreaktivitäten des Tau- Proteins (Total-Tau: normales und hyperphosphoryliertes Tau, TTIR) sowie der aus 42 Aminosäuren bestehenden Form des b-Amyloidproteins (ßAP1-42- IR) wurden mittels spezifischer ELISA-Methoden bestimmt.

Erste Auswertungen (Angaben als Mittelwert ± S.E.M.) zeigen eine hochsignifikante Erhöhung von TTIR bei der Alzheimer-Krankheit (669 ± 92 pg/ml) im Vergleich zu NAD (329 ± 60 pg/ml), OND (330 ± 40 pg/ml) und CON (226 ± 16 pg/ml). Bei der Alzheimer-Krankheit ist ßAP1-42 -IR hochsignifikant erniedrigt (384±47 pg/ml) im Vergleich zu NAD (563 ± 46 pg/ml), OND (671± 82 pg/ml) und CON (693 ± 30 pg/ml). Jüngere und ältere Kontrollpersonen unterscheiden sich nicht signifikant bezüglich der beiden Immunreaktivitäten. Die gleichzeitige Bestimmung beider Parameter erreicht nach einer ersten Evaluation bei einer Sensitivität von 85% eine ähnlich hohe Spezifität hinsichtlich der Unterscheidung von Alzheimer-Kranken von OND und CON und eine Spezifität bei 55% für die Unterscheidung von Alzheimer-Kranken gegenüber NAD. Die Befunde bestätigen wie einige rezente Studien die Bedeutung von TTIR und ßAP1-42 -IR-Messungen im lumbalen Liquor cerebrospinalis zur neurobiochemischen Unterstützung der klinischen Diagnose „wahrscheinliche Alzheimer- Krankheit“.


Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.
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