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Der rostro-kaudale Konzentrationsgradient zwischen Ventrikel- und lumbalem
Liquor ist für einige aus dem Gehirn stammende Proteine umgekehrt
(abnehmend) zu den aus dem Blut stammenden Proteinen (zunehmend, z.B.
Albumin). Unter pathologischen Bedingungen einer sogenannten Blut-Liquor
Schrankenfunktionsstörung verhalten sich die Konzentrationen der
aus dem ZNS stammenden Proteine unterschiedlich, je nachdem ob sie ausschließlich
im Plexus choroideus, in den Meningen oder ubiquitär im gesamten
Gehirn synthetisiert und freigesetzt werden. Eine einheitliche Erklärung
dieser unterschiedlichen Konzentrationsveränderungen unter normalen
und pathologischen Bedingungen leistet die Theorie der Moleküldiffusion/Liquorfluß
(Reiber H. J Neurol Sci 1994; 122:189-203), die als Ursache der Blut-Liquor
Schrankenfunktionsstörung die primäre Liquorflußbehinderung
mit sekundärer (nicht-linearer) Erhöhung der Moleküldiffusionsrate
annimmt. Eine primär auf einem morphologischen "leakage"-Phänomen
beruhende Blut-Liquor Schrankenfunktionsstörung könnte die für
die hirneigenen Proteine beobachtete Dynamik nicht erklären. Damit
ist die "molecular flux/CSF flow"-Theorie geeignet, nicht nur
die aus dem Blut stammenden sondern auch die aus dem Gehirn stammenden
Proteinkonzentrationsveränderungen unter normalen und pathologischen
Bedingungen quantitativ zu erklären. Mit Bezug auf den Albumin-CSF/Serum
Quotienten wurden folgende Proteine im Ventrikel- und lumbalen Liquor
untersucht: ß-trace Protein, Cystatin C, Transthyretin (Präalbumin),
Tau-Protein.
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