Abstracts des 5. Liquor-Symposiums der DGLN 1999, Magdeburg   



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Interferon gamma in Blut- und Liquorlymphozyten bei entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems

Petereit HF, Bamborschke S, Esse AD, Schoppe S, Heiß WD

Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität zu Köln
 

Die antiviralen und entzündungsfördernden Eigenschaften von Interferon gamma (IFG) machen dieses Zytokin zu einem wichtigen Bestandteil der körpereigenen Abwehr bei viralen Infektionen des zentralen Nervensystems (ZNS). Auch bei nicht erregerbedingten Entzündungen des ZNS ist die zelluläre IFG Produktion während akuter Exazerbationen und im Intervall erhöht.

Wir verglichen die IFG Produktion in Blut- und Liquorlymphozyten von 10 Patienten mit lymphozytärer Meningoenzephalitis (ME) und 16 Patienten mit akutem Schub einer Encephalomyelitis disseminata (MS). Ergänzend wurde eine Verlaufsuntersuchung der zellulären IFG Produktion in der Gruppe der Meningoenzephalitiden durchgeführt.

In beiden Gruppen fand sich ein erhöhter Anteil Interferon gamma produzierender Blut- (14%) und Liquorlymphozyten (ME 34%, MS 27%). Die mittlere IFG Produktion in Liquorlymphozyten war in beiden Gruppen signifikant höher als in Blutlymphozyten.

In der Langzeitbeobachtung zeigte sich ein Anstieg der IFG produzierenden Blut- und Liquor-Zellen bis zu zwei Wochen nach Beginn der Meningoenzephalitis. In der kleinen Gruppe der über 2 Wochen hinaus beobachteten Patienten fiel die IFG Produktion in Blut- und Liquorlymphozyten nach der 2. Krankheitswoche ab.

Zusammenfassend unterscheiden sich akute Meningoenzephalitis und akuter MS Schub im Hinblick auf die zelluläre IFG Produktion nicht wesentlich. Unterschiede sind erst nach Abklingen der Akutphase der jeweiligen Erkrankung zu erwarten.


Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.
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