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Die antiviralen und entzündungsfördernden Eigenschaften
von Interferon gamma (IFG) machen dieses Zytokin zu einem wichtigen Bestandteil
der körpereigenen Abwehr bei viralen Infektionen des zentralen Nervensystems
(ZNS). Auch bei nicht erregerbedingten Entzündungen des ZNS ist die
zelluläre IFG Produktion während akuter Exazerbationen und im
Intervall erhöht.
Wir verglichen die IFG Produktion in Blut- und Liquorlymphozyten
von 10 Patienten mit lymphozytärer Meningoenzephalitis (ME) und 16
Patienten mit akutem Schub einer Encephalomyelitis disseminata (MS). Ergänzend
wurde eine Verlaufsuntersuchung der zellulären IFG Produktion in
der Gruppe der Meningoenzephalitiden durchgeführt.
In beiden Gruppen fand sich ein erhöhter Anteil Interferon
gamma produzierender Blut- (14%) und Liquorlymphozyten (ME 34%, MS 27%).
Die mittlere IFG Produktion in Liquorlymphozyten war in beiden Gruppen
signifikant höher als in Blutlymphozyten.
In der Langzeitbeobachtung zeigte sich ein Anstieg der IFG
produzierenden Blut- und Liquor-Zellen bis zu zwei Wochen nach Beginn
der Meningoenzephalitis. In der kleinen Gruppe der über 2 Wochen
hinaus beobachteten Patienten fiel die IFG Produktion in Blut- und Liquorlymphozyten
nach der 2. Krankheitswoche ab.
Zusammenfassend unterscheiden sich akute Meningoenzephalitis
und akuter MS Schub im Hinblick auf die zelluläre IFG Produktion
nicht wesentlich. Unterschiede sind erst nach Abklingen der Akutphase
der jeweiligen Erkrankung zu erwarten.
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