Abstracts des 5. Liquor-Symposiums der DGLN 1999, Magdeburg   



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Erregerspezifische IgM-Antikörper in der Diagnostik von Infektionen des ZNS

Linke E, Zimmermann K

LFKH Stadtroda, GP Labormedizin Dresden
 

Im Gegensatz zur Situation in der allgemeinen Infektionsserologie ist eine ZNS-Infektion auch durch den einmaligen liquordiagnostischen Nachweis einer ZNS-eigenen Synthese erregerspezifischer Antikörper in vielen Fällen zweifelsfrei belegbar. Eine Reihe von sachlichen und aus heutiger Sicht auch weniger stichhaltigen Gründen hat dazu beigetragen, daß die sogenannten Antikörperindex(AI)-Bestimmungen in der Liquordiagnostik häufig auf die IgG-Klasse beschränkt bleiben. Es kann jedoch gezeigt werden, daß ergänzende AI-Bestimmungen für erregerspezifische IgM-Antikörper von diagnoseweisender Bedeutung sein können. Der Nachweis erhöhter IgM-AI ist immer dort von besonderem Wert, wo die entsprechenden IgG-Antikörperindicees im Normalbereich liegen oder Antikörper der IgG-Klasse nicht nachweisbar sind. Die Relevanz der IgM-AI-Bestimmung konnte für eine größere Reihe neurotroper Erreger (Borrelien,VZV, FSME, HSVI/II, EBV,CMV, Röteln-V., Masern-V., Influenza-A/B-V., Toxoplasma) nachgewiesen werden. Von besonderer Bedeutung ist die zusätzliche IgM-AI-Bestimmung im Rahmen der Neuroborreliosediagnostik. An einem Kollektiv von 185 klinisch gesicherten Neuroborreliosen konnte z.B. gezeigt werden, daß ohne IgM-AI die Kausalgenese der Erkrankung jedes 4. - 5. Patienten (22 %) nicht zu objektivieren gewesen wäre. Es ist zu betonen, daß eine IgM-AI-Erhöhung zwar häufig, jedoch durchaus nicht immer einem akuten Infektionsstadium entspricht. Sie besitzt zunächst nur beweisenden Charakter für die Existenz einer ZNS-Infektion, nicht aber für deren Akuitätsgrad. Die besonders im problematischen Einzelfall wichtige Hilfe bei der Diagnosefindung rechtfertigt den labortechnischen Arbeitsaufwand und die zusätzlichen Kosten von IgM-AI-Bestimmungen.


Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.
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