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Die Liquorzytologie hat für die Fragestellung nach meningealer oder
cerebraler Beteiligung bei hämatologischen Erkrankungen (Leukämien,
Lymphome), bei Metastasen mit bekanntem oder unbekanntem Primärtumor
sowie bei bildgebend unklaren primären Hirntumoren einen hohen Stellenwert.
In vielen Fällen zeigen sich bereits aus der morphologischen Bewertung
der Liquorzellen eindeutige Hinweise auf Malignität. Ergibt sich
aus dem zytomorphologischen Befund nur ein Verdacht auf maligne Zellen,
so ist eine immunzytochemische Charakterisierung der Zellen indiziert.
Da die Phänotypisierung von Zellen meist nur über mehrere Marker
möglich ist, wird eine entsprechende Zahl von Zytopräparaten,
die eine repräsentative Zahl von Zellen enthalten müssen, benötigt.
In Abhängigkeit von der Fragestellung wird ein Antikörper-Grund-Panel
gegen diagnostisch relevante Zelloberflächenantigene eingesetzt.
Wichtige Leukozytendifferenzierungsmarker sind bei ALL (B-Typ) u.a. CD10,
CD19, CD22, CD79a, HLA-DR, TdT und IgM, bei ALL (T-Typ) u.a. CD1a, CD2,
CD3, CD5, CD7, CD10, TdT und TCR und bei AML u.a. CD13, CD14, CD33, CD34,
CD64, CDw65, CD117, MPO und HLA-DR. Im Falle von B-Zell-Lymphomen wird
die Expression von u.a. CD5, CD10, CD11c, CD19, CD20, CD38, IgM, Kappa
und Lambda, bei T-Zell-Lymphomen u.a. CD1a, CD2, CD3, CD4, CD5, CD8 und
TdT untersucht. Als Sreening-Marker bei Verdacht auf Metastasen von u.a.
Karzinomen, Melanomen bzw. Zellen eines primären Hirntumors eignen
sich Zytokeratin, EMA, Vimentin, CEA, NSE, S100, HMB45, GFAP, Neurofilament,
CD45, HLA-DR und Ki67. Anhand von Fallbeispielen wird der Stellenwert
der immunzytochemischen Phänotypisierung von malignen Zellen im Liquor
cerebrospinalis dargestellt.
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