Abstracts des 5. Liquor-Symposiums der DGLN 1999, Magdeburg   



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PCR im Liquor bei ZNS-Entzündungen durch Herpes-simplex-Virus (HSV) und Varicella-Zoster-Virus (VZV) - Korrelation der Befunde mit Klinik und Verlauf

Bamborschke S, Warnke M, Decker W, Petereit H-F, Heiß W-D
Klinik für Neurologie der Universität zu Köln
 

Material und Methoden: Es wurden 1037 Liquorproben mittels HSV-PCR und 680 Liquorproben mittels VZV-PCR von Patienten mit Verdacht auf virale Entzündung des ZNS untersucht. Soweit möglich wurden PCR-Verlaufsuntersuchungen durchgeführt. In jedem Fall wurde mittels ELISA zu allen Entnahmezeitpunkten in korrespondierenden Liquor-Serumpaaren nach einer spezifischen intrathekalen IgG-Synthese gegen HSV und VZV gesucht und eine klinische Validierung vorgenommen. In einer Subgruppe von Patienten mit gesicherter Herpes-simplex-Enzephalitis wurde durch Parallelextraktion von 5µl, 15µl, 250µl und 500µl das erforderliche Liquormindestvolumen ermittelt.

Ergebnisse: 111 (10.7 %) der HSV-PCR-Proben und 38 (5.6 %) der VZV-PCR-Proben waren positiv. Die Sensitivitiät der HSV-PCR betrug bei der Erstpunktion 97.3 % (3 PCR-negative, 2 mit intrathekaler IgG-Synthese und 1 mit Acyclovir anbehandelt.). Im Verlauf waren von den initial PCR-positiven HSV-Patienten 18 % in der 2. Woche noch positiv, in der 3. Woche alle negativ. Die optimale für die Extraktion verwendete Liquormenge betrug 250µl. Bei 2 Patienten mit Tb-Meningitis war die HSV-PCR positiv. Die Sensitivität der VZV-PCR betrug bei Erstpunktion 93 %. In der 2. Woche waren noch 27 % positiv, in der 3. Woche nur 2 Pat. mit Immunsuppression.

Schlußfolgerung: HSV- und VZV-PCR im Liquor sind hochspezifisch und hochsensitiv, eine parallele Bestimmung der intrathekalen spezifischen Antikörpersynthese ist jedoch erforderlich. Bei Tb-Meningitis kann evtl. HSV-DNA im Liquor nachweisbar sein. Verlaufsuntersuchungen sind hilfreich zur Therapiekontrolle bei immunsupprimierten Patienten.

 

Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.
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