| Leitlinien in der Liquordiagnostik |
Leitlinien in der Liquordiagnostik der DGLN |
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Unter Mitwirkung von: Die Liquordiagnostik ist ein zentraler Bestandteil der neurologischen
Diagnostik. Insbesondere neuroinfektiologische, neuroimmunologische,
neurodegenerative und einige neuroonkologische Krankheitsbilder lassen
sich – zum Teil ausschließlich – mit Hilfe verschiedener
Untersuchungsverfahren im Liquor diagnostizieren. Unter dem zunehmenden
Kostendruck im Gesundheitswesen
geraten gerade hochspezialisierte Diagnoseverfahren wie die Liquordiagnostik
in den Brennpunkt des Interesses, obwohl sie aufgrund ihrer geringen
Fallzahl nur einen kleinen Anteil an den Gesundheitskosten haben. Die
nachfolgende Übersicht soll einen aktuellen Überblick über
die diagnostisch relevante Liquordiagnostik der häufigsten entzündlichen
Erkrankungen in der Neurologie geben, und dabei speziell jene Untersuchungen
identifizieren, die für eine qualifizierte neurologische und psychiatrische
Diagnostik unerlässlich sind. Die Betrachtung geht dabei in Anlehnung
an den klinischen Alltag von der klinischen Verdachtsdiagnose aus. In
einem ergänzenden zweiten Teil wird auf die jeweiligen Methoden
der Liquoranalytik eingegangen, um dem Kliniker wichtige Anhaltspunkte über
die zu erwartende Aussage der Methode sowie nötige Voraussetzungen
zur Erzielung eines optimalen Analyseergebnisses zu liefern. Dabei wird
auf eine Besprechung der einzelnen Untersuchungsmethoden verzichtet,
da diese bereits im Rahmen des Methodenkatalogs der Deutschen Gesellschaft
für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie (DGLN) veröffentlicht
wurden und unter Methodenkatalog frei
abrufbar sind. Auf den Zeitpunkt der Liquordiagnostik wurde aus didaktischen Gründen nicht eingegangen. Hier sei auf die einschlägige Literatur verwiesen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass bei akuten Krankheitsbildern, wie zum Beispiel der bakteriellen Meningitis, der Liquorbefund einen Wandel durchläuft. Die Kenntnis der Krankheitsdauer im Verhältnis zum Zeitpunkt der Liquorentnahme ist daher unbedingt zu berücksichtigen. Die Wertigkeit der jeweiligen Untersuchung für die klinische Fragestellung
wird aufgrund der o.g. Kriterien als obligat (o) oder informativ (i)
bewertet. Dabei werden solche Untersuchungen, die die Verdachtsdiagnose
beweisen, als Diagnose sichernd bezeichnet und von Untersuchungen unterschieden,
die für die Therapieentscheidung relevant oder nur von differenzialdiagnostischem
Interesse sind. Die Bewertung wird der Übersicht halber in tabellarischer
Form dargestellt und zusätzlich im Text erläutert. Dabei ist
zu bedenken, dass eine bestimmte Untersuchung zwar die Diagnose sichern
kann, dies aber nicht in jedem Einzelfall tut. Beispielsweise ist die
granulozytäre Pleozytose von mehr als 10.000 Zellen/µl beweisend
für eine Meningitis. Im Falle der seltenen, apurulenten bakteriellen
Meningitis fehlt sie jedoch. Oft ist lediglich die Kombination von Befunden
diagnostisch verwertbar. Zum Beispiel ist keiner der folgenden Einzelbefunde
für sich allein, wohl aber das Zusammentreffen von gemischtzelliger
Pleozytose, massiver Störung der Blut-Liquor-Schranke, Erniedrigung
des Glukose-Quotienten und Laktat-Erhöhung hochgradig verdächtig
für eine Neurotuberkulose. Insbesondere ist zu bedenken, dass das
Fehlen eines bestimmten Befundes selten die Diagnose ausschließt.
Am Ende der Beiträge findet sich ein kurzes Glossar mit häufig
verwendeten Abkürzungen sowie eine Tabelle mit den häufigsten
Normalwerten in der Liquordiagnostik.
Das gesamte Dokument "Leitlinien in der Liquordiagnostik der DGLN" kann
auch als pdf-Datei hier herunter geladen werden: |
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| Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V. | ||||