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Interpretation der Bandenmuster
von oligoklonalem IgG in Liquor und Serum
Hansotto Reiber und Hannelore Kruse-Sauter
Neurochemisches Labor, Universität Göttingen
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A. Isoelektrische Fokussierung
auf Agarosegel mit Immunoblot
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Abb. 1: In der Abbildung werden die klassischen Typen 1 5 (Andersson
et al. 1994) dargestellt: |
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Typ 1: |
Keine Banden in Liquor und Serum.
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Typ 2: |
Oligoklonale IgG-Banden im Liquor, nicht im
Serum.
Interpretation: Intrathekale IgG-Synthese.
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Typ 3: |
Oligoklonale Banden im Liquor (wie Typ 2) und
zusätzlich identische oligoklonale Banden im Liquor und Serum (wie
Typ 4).
Interpretation: Intrathekale IgG-Synthese |
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Typ 4: |
Übereinstimmende oligoklonale Bandenmuster
in Liquor und Serum
Interpretation: Keine intrathekale IgG-Synthese aber systemische
Immunreaktion.
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Typ 5: |
Monoklonales Bandenmuster in Liquor und Serum.
Interpretation: Systemische Paraproteinämie.
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Abb. 2: In der Abbildung sind vier
für die Praxis wichtige Beispiele dargestellt: |
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- Wenige oligoklonale Banden im Liquor, keine Banden im Serum.
Interpretation: Typ 2, Intrathekale IgG-Synthese.
Kommentar: Die Zahl der Banden und die Lage der Banden sind grundsätzlich
nicht interpretierbar.
- Eine einzelne IgG-Bande im Liquor, die wir nicht als oligoklonales
IgG bezeichnen.
Interpretation: Typ 1, keine intrathekale IgG-Synthese.
Kommentar: Die Untersuchung von 100 Fällen mit einer einzelnen
Bande im Liquor (D. Mehwald) zeigt, dass weniger als 16% dieser Fälle
zu einem entzündlichen Prozess gehörten, die meist durch erhöhte
Zellzahl oder intrathekale AK-Synthese (Antikörper-Index) identifizierbar
waren. In 50% der Fälle mit einer einzelnen Bande lag im Liquor
eine Blutbeimengung (artifizielle- oder Subarachnoidalblutung) vor.
- Seltener Fall eines oligoklonalen IgG-Musters im Liquor (wie Typ 2)
mit zusätzlichen identischen monoklonalen Banden in Liquor und
Serum (wie Typ 5).
Interpretation: Typ 3b, intrathekale IgG-Synthese bei systemischer
Paraproteinämie.
- Übereinstimmendes monoklonales Bandenmuster in Liquor und Serum,
das eindeutig von 2 verschiedenen monoklonalen Paraproteinen stammt.
Interpretation: Typ 5, systemische, biklonale Paraproteinämie.
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B. Isoelektrische Fokussierung auf Polyacrylamidgel mit Silberfärbung
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Abb. 3: Im Gegensatz zur Immundetektion
wird bei dieser Darstellung der Albuminbereich (mit Auftragungsort der Probe)
dargestellt, pH < 5,0. Im alkalischen Bereich bei pH 9,3 taucht als Bande
im Liquor (Identifikationsmerkmal) Cystatin C (Gamma-Trace-Protein) auf.
Der pH-Bereich des Gradienten beginnt rechts beim pH 3,5 mit der Anode (+)
und geht bis pH 10,5 Katode (-).
Beim Immunoblot wird im Gegensatz zur direkten Färbung das Immunglobulinbandenmuster
spiegelbildlich dargestellt. Für den Blot wird die Nitrocellulose-Folie
etwa beim pH 6,5 beginnend aufgelegt. Während bei der Blotdarstellung
bereits 2 Banden im Liquor ausreichend sind, um Typ 2 zu identifizieren,
können je nach Homogenität des Ampholine-Musters bei der Silberfärbung
3 bis 4 Banden als notwendig betrachtet werden, um Typ 2 zu identifizieren.
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Literatur
Andersson M, Alvarez-Cermeño J, Bernardi G, et al. (1994) Cerebrospinal
Fluid in the Diagnosis of Multiple Sclerosis: A Consensus Report. J Neurol
Neurosurg Psychiat 57:897-902.
Reiber H and Peter JB (2001). Cerebrospinal fluid analysis disease-related
data patterns and evaluation programs. J Neurol Sci 184:101-122.
Reiber H, Otto M, Trendelenburg Chr and Wormek A (2001). Reporting cerebrospinal
fluid data knowledge base and interpretation software. Clin Chem
Lab Med, 39:324-332.
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