
In unserer Zentralen Notaufnahme (ZNA) erfolgt rund um die Uhr die Behandlung von akuten Notfällen aus allen medizinischen Fachgebieten. Auch geburtshilfliche Notfälle melden sich bei uns. Ausnahmen bilden lediglich zahnmedizinische Notfälle und erkrankte Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren (Kinder unter 16 Jahren werden gebeten, sich in der Kinder-Notaufnahme zu melden, die ca. 200m von der ZNA entfernt liegt).
Der Eingang zur ZNA befindet sich von der Hauptzufahrt Martinistrasse aus auf der linken Seite des Klinikneubaus, gekennzeichnet durch den roten Schriftzug "NOTFALL":
Interdisziplinäre Versorgung von Notfällen bedeutet, dass bei den verschiedenen Erkrankungs- und Verletzungsbildern in unserer ZNA je nach Bedarf mehrere verschiedene Fachdisziplinen gemeinsam an der Untersuchung und Festlegung einer bestimmten Therapie beteiligt sind. Die Ärzte der unterschiedlichen Fachrichtungen sind je nach Disziplin entweder immer in der ZNA vor Ort oder können 24h rund um die Uhr aus ihrem Klinikdienst zu jedem Notfall hinzugezogen werden.
In der Notaufnahme werden täglich Kinder und Erwachsene mit frischen Verletzungen des Skelett- und Bewegungssystems behandelt. Leichte Verletzungen wie Prellungen, Platzwunden oder einfache Brüche versorgen wir in der Regel ambulant, das heißt, die Patienten können danach wieder nach Hause gehen. Ist eine Operation nötig - zum Beispiel bei komplizierten Brüchen - nehmen wir die Patienten auf die Stationen auf.
Medizinische Notfälle aller nicht-chirurgischen Fachrichtungen werden ebenfalls in der ZNA behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise dem akuten Herzinfarkt, sowie der Behandlung des akuten Schlaganfalls. Ebenfalls einen hohen Anteil unserer Notfälle machen Erkrankungen aus den Bereichen Nephrologie und Gastroenterologie aus. Die ärztlichen Mitarbeiter der Allgemeinchirurgie stehen hier immer als Partner zur Seite, um bei entsprechenden Fragestellungen, wie zum Beispiel dem unklaren Bauchschmerz, eine gemeinsame Entscheidung über das weitere Vorgehen festzulegen.
Neben den Schwerpunkt-Fachabteilungen arbeiten in der ZNA auch die Disziplinen Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO), Mund-Kiefer und Gesichtschirurgie (MKG), Urologie, Gynäkologie, Psychiatrie, Dermatologie, Neurochirurgie, Augenheilkunde, ggf. werden auch unsere Kinderärzte hinzugezogen. Die Klinik für Anästhesie ist mit ihren Mitarbeitern in der ZNA in die Versorgung insbesondere lebensbedrohlicher Notfälle eng mit eingebunden, ist Teil des Schockraumteams und wird bei jeder Reanimation in der ZNA zu den bereits anwesenden Teams hinzugerufen.
Bei Großereignissen, wie beispielweise dem Hanse-Marathon stehen wir mit unseren Notfallteams in der ZNA bereit, um auch eine über das Normalmaß hinausgehende Anzahl an Notfällen versorgen zu können (s.u.). Für den Fall eines Massenanfalls von Verletzten (sogenannter MANV) bei großen Unfällen oder auch Anschlägen gibt es für das UKE und die ZNA einen Katastrophenplan, der die Versorgung einer überproportionalen Anzahl schwer- und schwerstverletzter Menschen im UKE garantiert.
Schwerverletzte und erkrankte Patienten werden in der Regel mit Notarztwagen oder Rettungshubschrauber gebracht. Sie kommen zunächst in einen speziellen, mit modernster Technik ausgestatteten Schockraum. Ein sogenanntes Schockraum-Team, bestehend aus Ärzten und Pflegekräften verschiedener Fachdisziplinen, übernimmt dort die Stabilisierung des Kreislaufes und leitet die erste Diagnostik und weitere unmittelbar erforderliche Behandlung ein. Direkt vor Ort vorhandene Röntgengeräte inkl. eines Computertomographen (CT) der allerneuesten Generation helfen bei der Diagnose. Die unmittelbar an die Zentrale Notaufnahme angegliederten Intensivstationen der Klinik für Intensivmedizin übernehmen dann die weitere Versorgung der Patienten. Ist ein lebensrettender Eingriff notwendig, wird der Patient sofort in einen der Operationssäle in unmittelbarer Nähe des Schockraums oder beispielsweise das ebenfalls nahegelegene Herzkatheterlabor gebracht und versorgt.
Da Patienten nach der Schwere der Verletzungen oder Erkrankungen behandelt werden müssen, kann es in der Notaufnahme immer wieder auch zu Wartezeiten kommen. Hierfür bitten wir Sie um Verständnis.
