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Verbundforschung > Sonderforschungsbereiche

Sonderforschungsbereiche

Sonderforschungsbereiche werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) nach umfangreichen Auswahlverfahren etabliert. Sie sind langfristige Forschungseinrichtungen von Hochschulen, in denen Wissenschaftler mehrerer Disziplinen im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. An einem Sonderforschungsbereich können auch mehrere benachbarte Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt sein. Sonderforschungsbereiche bedürfen der Anerkennung durch den Wissenschaftsrat.

Wissenschaftler des UKE arbeiten in folgenden Sonderforschungsbereichen:

 

SFB mit Sprecherrolle am UKE

SFB 841 "Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen"
Sprecher: Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Laufzeit: seit 2010

Ziel des SFB 841 "Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen" ist ein besseres Verständnis von Infektionen, Entzündungen und Tumorerkrankungen der Leber als zentrales Stoffwechselorgan. Grundlagenforscher und Klinikärzte des UKE und des Bernhard-Nocht-Instituts werden zusammen mit je einer Arbeitsgruppe der Christian-Albrechts-Universität Kiel (Institut für Biochemie) und der Hebrew University Jerusalem die Funktion der Leber erforschen. Insbesondere wollen die Wissenschaftler entschlüsseln, auf welche Weise die Auseinandersetzung zwischen Krankheitserreger und Immunsystem die Leber schädigt und so Leberzirrhose und bösartiges Wachstum auslösen kann.

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SFB mit Beteiligung des UKE

SFB 877 "Proteolyse als regulatorisches Ereignis in der Pathophysiologie"
Sprecher: Prof. Dr. Stefan Rose-John, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Laufzeit: seit 2010

Der SFB 877 beschäftigt sich mit Signalwegen im Zellinneren und zwischen Zellen, die durch eine besondere Form der Proteinmodifikation, der Spaltung von Proteinen, ausgelöst werden. Während die meisten Veränderungen an Proteinen in Sekundenbruchteilen umkehrbar sind, ist ihre Spaltung irreversibel und nimmt daher eine bislang wenig untersuchte Sonderstellung ein. Der SFB 877 analysiert solche Proteinspaltungsvorgänge und verfolgt die Hypothese, dass es sich hier um Hauptschalter der Zellkommunikation handelt, die bei der Entstehung vieler Krankheiten gestört sind.
Aus dem UKE ist Dr. Sandra Pohl und Prof. Dr. Thomas Braulke aus dem Arbeitsbereich Molekularbiologie der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie Prof. Dr. Friedrich Nolte aus dem Institut für Immunolgie als Teilprojektleiter vertreten.

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SFB 654 "Plastizität und Schlaf"
Sprecher: Prof. Dr. Jan Born, Universität zu Lübeck
Laufzeit: seit 2005

Der Forschungsansatz des Sonderforschungsbereichs basiert auf der Hypothese Schlaf bildet Gedächtnis, das heißt, Schlaf fördert adaptive plastische Prozesse, die eine langfristig stabile Regulation verschiedener Organsysteme unter wechselnden Umgebungsbedingungen ermöglichen. Wozu Schlaf notwendig ist, ist bisher weitgehend ungeklärt. Neuere Studien weisen nun auf die fundamentale Bedeutung des Schlafs für die Langzeitgedächtnisbildung hin. Gedächtnisbildung wird hier als ein allgemeiner biologischer Prozess verstanden, der in allen Systemen stattfindet, in denen der Organismus für Reize (Stressoren) längerfristige Reaktionsstrategien herausbilden muss. Gedächtnisbildung findet also nicht nur im Gehirn - für Dinge, die im Wachzustand erlebt wurden - statt, sondern auch in anderen Systemen, so zum Beispiel im Immunsystem, in welchem das Gedächtnis für bestimmte Antigene gebildet wird, und auch im Stoffwechselsystem, das sich auf verändernde Bedingungen des Energieangebots einstellen muss. Im Sonderforschungsbereich werden in all diesen Systemen, das heißt im neurobehaviouralen, im stoffwechselbezogenen und im Immunsystem, die plastischen Mechanismen untersucht, durch die Schlaf in diesen verschiedenen Systemen die Gedächtnisbildung verstärkt.
Mit dem seit 2009 geförderten Teilprojekt "Der Einfluss des Schlafs auf klassische Konditionierung und Extinktion" ist Prof. Christian Büchel aus dem Institut für Systemische Neurowissenschaften als Teilprojektleiter vertreten.

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TRR 58 "Furcht, Angst, Angsterkrankungen"
Sprecher: Prof. Dr. Hans-Christian Pape, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Laufzeit: seit 2008

Ziel des transregionalen TRR 58 "Furcht, Angst, Angsterkrankungen" ist es, durch interdisziplinäres Forschen auf den Gebieten Molekularbiologie, Genetik, Neurophysiologie, Psychologie, Psychiatrie und Bildgebung ein verbessertes Verständnis der Grundlagen von Furcht, Angst und Angsterkrankungen zu erhalten. Die Expertise der beteiligten Forschungsgruppen der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz/Hessen, der Wilhelms-Universität Münster/Nordrhein-Westfalen, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg/Bayern zusammen mit dem UKE als mitantragstellende Institution (UKE-Institute für Systemische Neurowissenschaften sowie Neurophysiologie und Pathophysiologie) ist weitgehend komplementär. Als Konsequenz sollen aus dem verbesserten Verständnis der neurobiologischen, genetischen und Umgebungseinflüsse konkrete Risikoprofile für Angsterkrankungen entwickelt werden, die wiederum den Weg für neue, individuell zugeschnittene Therapieformen bereiten sollen.
Das UKE ist mit den Teilprojekten "Kohärenz als Mechanismus der Antwortselektion: Interaktion von Emotion und Aufmerksamkeit" (Teilprojektleiter Prof. Dr. Andreas K. Engel und Prof. Dr. Christian Büchel) und "Angst- und nicht-angstbezogene aversive Vorhersagefehler im menschlichen Gehirn" (Teilprojektleiter Prof. Dr. Christian Büchel) beteiligt.


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SFB 824 "Bildgebung zur Selektion, Überwachung und Individualisierung der Krebstherapie"
Sprecher: Professor Dr. Markus Schwaiger, Technische Universität München
Laufzeit: seit 2009

 

Ausgelaufene SFB

SFB 470  "Glycostrukturen in Biosystemen - Darstellung und Wirkung"
Sprecher: Professor Dr. Joachim Thiem, Fachbereich Chemie der Universität Hamburg
Laufzeit: 1997 - 2009

Am SFB 470 waren Forscher der Medizinischen Fakultät und der Departments Chemie und Biologie der MIN-Fakultät an der Universität Hamburg, aber auch Arbeitsgruppen des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin, des Forschungszentrums Borstel und der Medizinischen Universität Lübeck beteiligt.
Im Rahmen des Projektes sind kohlenhydrathaltige Moleküle dargestellt und in ihrer Struktur aufgeklärt worden. Neben dem Aufbau der Teilchen analysierten die Wissenschaftler auch deren biologische Funktion. Schwerpunkte waren dabei das Wechselspiel der Zellen untereinander als auch die Beziehung zwischen Zellmembranstrukturen und Krankheitserregern.
Mehrere Vertreter aus unterschiedlichen Kliniken und Instituten des UKE waren als Teilprojektleiter am SFB 470 beteiligt.

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Letzte Änderung: Antke Wolter, 15.10.2010